Schlaganfall-Selbsthilfegruppe
von
Dr. med. Carsten Schröter
- Was sind die Ziele einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe?
- Wo ist die nächste Schlaganfall-Selbsthilfegruppe zu erreichen
- Wie kann ich selbst eine Schlaganfall-Selbsthilfegruppe gründen
Nach einem Schlaganfall ist nichts mehr wie es war. Dieser Slogan der Stiftung
Deutsche Schlaganfallhilfe gibt deutlich wieder, wie umfassend sich das Leben
nach einem Schlaganfall ändern kann. Es gibt pro Jahr schätzungsweise 200.000 an
einem Schlaganfall neu erkrankte Personen, über eine Million Menschen leben mit
den mehr oder weniger schweren Folgen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung
sind nicht nur ältere Menschen betroffen, die Erkrankung kann in jedem
Lebensalter auftreten. Dennoch gab es lange Zeit nur wenige
Schlaganfall-Selbsthilfegruppen. Inzwischen ist das Netz doch sehr dicht
geworden.
Was tun, um einem zweiten Schlaganfall vorzubeugen, um Einschränkungen im Alltag
möglichst gering zu halten, um trotz Behinderung möglichst beweglich zu sein?
Wie ist die Pflege des Partners, des Familienangehörigen zu leisten, auch
finanziell? Welche Belastungen muss eine Familie verkraften, welche Hilfen und
Hilfsmittel gibt es? Was kann man tun, um den Zustand des Kranken zu verbessern?
Antworten auf diese und ähnliche Fragen von Betroffenen und Angehörigen sind
nicht immer in erschöpfendem Maße zu erhalten, besonders wenn die Behandlung im
Krankenhaus oder der Rehabilitationsklinik beendet ist. Hier kann eine
Schlaganfall-Selbsthilfegruppe viele Antworten geben.
Die Ziele einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe können mannigfaltig sein. Bei der
Gründung einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe im Werra-Meissner-Kreis im Mai
2000 in der Klinik Hoher Meissner wurden von den Anwesenden folgende Wünsche und
Ziele für eine solche Gruppe formuliert:
-
Erwerb von Informationen über
-
medizinische Grundlagen
-
Pflegegesetz
-
Schwerbehindertengesetz
-
Austausch über Probleme der Angehörigen
-
Austausch über Pflege und Hilfsmittel
-
Austausch über den Umgang mit Kostenträgern
-
Aufbau von Therapiegruppen (Krankengymnastik; Ergotherapie, Logopädie)
-
Herauskommen aus der Isolation
-
Schaffen einer Lobby für Behinderte
-
Information der Umwelt über Probleme der Behinderten
-
Schaffen einer behindertengerechten Umwelt.
Nach der oben
genannten Veranstaltung gründete sich die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe (www.schlaganfall-selbsthilfegruppe-werra-meissner.de)
und trifft sich seitdem einmal im Monat. Dabei wird jeweils ein Vortrag, zumeist
zu sozialmedizinischen oder medizinischen, aber auch mal zu anderen Themen
organisiert. Über den Link ist die Internet-Seite der Selbsthilfegruppe zu
finden, dort sind die aktuellen Veranstaltungen des ganzen Jahres wiedergegeben.
Nach dem Vortrag ist immer genügend Zeit, um sich in Ruhe zusammenzusetzen.
Dabei findet nicht nur ein Austausch über Probleme nach dem Schlaganfall statt,
sondern auch ein freundschaftlicher „Klönschnack“.
Ein weiterer
Schwerpunkt der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe ist die Organisation von
Therapiegruppen. Diese können Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie
umfassen. Die Therapiegruppen können zum Beispiel wöchentlich stattfinden.
Benötigt wird hierfür eine Verordnung für Rehabilitationssport/Funktionstraining
vom Hausarzt. Diese Verordnung belastet das Budget des Hausarztes nicht. Der
Antrag ist aber von der Krankenkasse zu genehmigen. Die Gruppen sollen die
Therapien des Einzelnen ergänzen und helfen, schon Erreichtes zu erhalten und zu
verbessern.
Schlaganfall-Selbsthilfegruppe – Welche Gruppen existieren in der Region
Südniedersachsen, Nordhessen, Westthüringen?
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Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Werra-Meissner e.V.
Ansprechpartner: Frau M. Witzel (05657 – 1481)
Dr. C. Schröter, Klinik Hoher Meissner (05652
– 55861)
Informationen
über die Gruppe erhalten sie auch unter
www.schlaganfall-selbsthilfegruppe-werra-meissner.de
E-Mail:
neurologie@reha-klinik.de
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Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Osterode am Harz
Ansprechpartner: Herr J. Dutsch (05522) 7 54 96
E-Mail:
schlaganfall-selbsthilfe@web.de
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Schlaganfall-Selbsthilfegruppe am Kreiskrankenhaus Rotenburg an der Fulda
Kreiskrankenhaus
Rotenburg/Fulda, Am Kratzberg 1, 36199 Rotenburg an der Fulda,
Ansprechpartner: Frau Hanstein (06623 – 860)
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Treffpunkt Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Bad Hersfeld
Am
Kreiskrankenhaus Bad Hersfeld, Friedloser Straße 12, 36251 Bad Hersfeld
Ansprechpartner: Frau Beierhose (06621 – 880)
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Schlaganfall-Selbsthilfegruppe – Gründung einer eigenen Gruppe
Bei der Gründung
einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe sollte angestrebt werden, dass es eine
Gruppe von Betroffenen (Erkrankten und Angehörigen) ist. Nur wenn die
Betroffenen selbst die Inhalte und Ziele festlegen, kann sie eine wirkliche
Selbsthilfegruppe sein. Allerdings kann die Begleitung einer solchen Gruppe
durch einen Arzt, Physio- oder Ergotherapeuten, Sozialarbeiter oder eine
Pflegekraft sinnvoll sein. Hierdurch ist es meist leichter, Räume für die
Treffen und Therapien zu finden. Zur Unterstützung sind auch Krankenkassen oft
bereit.
Um die
Schlaganfall-Selbsthilfegruppe zu gründen, ist folgendes Vorgehen zu empfehlen:
-
Überlegen
Sie, ob Sie wirklich eine Selbsthilfegruppe gründen wollen, der Aufbau
kostet viel Geduld und Zeit. Es muss Ihr eigener Entschluss sein!
-
Versuchen Sie
Mitstreiter zu finden: fragen Sie im Bekanntenkreis. Oft kennen Ärzte und
Sozialarbeiter Interessierte. Hängen Sie Zettel an erreichbaren
Anschlagbrettern aus. Eine gute Möglichkeit, auf eine neu entstehende Gruppe
oder ein erstes Treffen hinzuweisen ist die lokale Tageszeitung.
-
Klären Sie,
in welchem Raum die Gruppen-Treffen stattfinden können. Privatwohnungen
eignen sich weniger, Räumlichkeiten können evtl. von Kirchengemeinden, AWO,
Paritätischen Wohlfahrtsverband, Krankenhäusern oder Krankenkassen zur
Verfügung gestellt werden.
Überlegen Sie, ob der Raum
a) leicht
zu finden ist
b) zur
gewünschten Zeit verfügbar ist
c) ob der Zugang behindertengerecht ist
d) ob die Einrichtung geeignet ist
e) ob es zeitliche Begrenzungen gibt
f) hat der Raum eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlen kann?
-
Überlegen Sie
die Ziele, die Sie mit der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe erreichen wollen.
Sprechen Sie mit Ihren Mitstreitern über Motive, Wünsche, Hoffnungen, aber
auch Befürchtungen.
Ziele können sein:
a)
Gegenseitige Hilfe
b)
Informationen erhalten
c) Dienstleistungen
organisieren (z. B. Therapiegruppen)
d)
Freizeitgestaltung
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Solange die
Schlaganfall-Selbsthilfegruppe klein ist mit bis zu 15 oder 20 Mitgliedern,
reichen in der Regel Gruppengespräche aus, um alles Notwendige zu klären.
Bei größeren Gruppen benötigen Sie Versammlungsleiter. In größeren Gruppen
ist darauf zu achten, dass jeder zu seinem Recht kommt und nicht an den Rand
gedrängt wird. Er verliert dadurch das Interesse an einer weiteren
Mitarbeit.
-
Größere
Selbsthilfegruppen sollten sich ein Vorstandsgremium wählen. Dies sollte
Entscheidungen vorbereiten, aber insbesondere wegweisende Entscheidungen in
der Gesamtgruppe besprechen. Die Amtszeit eines Vorstandsgremiums sollte von
Anfang an begrenzt sein.
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Bevor Sie mit
dem Aufbau einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe beginnen, sollten Sie sich
bei anderen Gruppen informieren, was machen sie, was gab es für Probleme
beim Aufbau, welche Probleme im ersten Jahr?
-
Eine gute
Möglichkeit auf die Gründung einer neuen Schlaganfall-Selbsthilfegruppe
hinzuweisen, ist eine Auftakt-Veranstaltung. Ein ärztlicher Vortrag zum
Thema Schlaganfall kann mehrere Menschen auf Ihre Gruppe aufmerksam machen.
-
Überlegen
Sie, ob die Gruppe Geld benötigt. Hierfür könnte ein Gruppenbeitrag oder
Spenden notwendig werden. Vielleicht finden Sie aber auch Institutionen, die
gratis einen Raum stellen, Kopier- oder Telefonkosten übernehmen. Geld
könnte benötigt werden für
a) Miete für den Gruppenraum
b) Kopier- und Druckkosten für Einladungen, Informationsmaterial,
Mitgliederrundbriefe,
Plakate etc.
c) Telefonkosten
d) Portokosten
e) Honorare für Referenten (meist nicht notwendig)
Spenden,
Förderung oder allgemeine Unterstützung können Sie evtl. erhalten von
a) Öffentlichen Verwaltungen (z.B. Gesundheitsamt)
b) Trägern der Wohlfahrtspflege
c) Örtliche Unternehmen
d) Bußgeldstelle beim Verwaltungsgericht
e) Regionalen Sparkassen und Banken
10) Um auf
Veranstaltungen oder Aktionen hinzuweisen, benötigt man Öffentlichkeitsarbeit.
Hier kommen als Medien in Frage
a) Lokale Zeitungen
b) Radio-Sender
c) Plakate, Aushänge
d) Informationsstände, beispielsweise bei Selbsthilfe-Tagen, Weihnachts- und
Flohmärkten etc.
e) Internet-Darstellungen
f) Informationsmaterial zum Auslegen, z.B. Faltblätter, die in
Arztpraxen, Apotheken und
Krankenhäusern ausgelegt werden.
Weiteres
Informationsmaterial und Unterstützung zum Gründen einer
Schlaganfall-Selbsthilfegruppe erhalten Sie auch von der Stiftung Deutsche
Schlaganfallhilfe (www.schlaganfall-hilfe.de).
Weitere Informationen zum Thema Schlaganfall erhalten Sie unter:
www.schlaganfall-informationsforum.de
www.schlaganfall-rehabilitation.de
www.schlaganfall-vorbeugung.de
www.schlaganfall-hilfe.de
Mit
den besten Wünschen, insbesondere für Ihre Gesundheit
Dr. med. Carsten Schröter
Chefarzt
der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner
Arzt für Neurologie
Physikalische Medizin, Rehabilitationswesen
Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Weitere Medizinische Informationen
und
Links für Patienten und Interessierte –
von
Amyotrophe Lateralsklerose bis zur
Therapie der spastischen Spinalparalyse
-
finden Sie hier
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Ihre Meinung!
Oder stellen Sie uns Ihre Fragen...
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Weitere
Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der
Wicker-Gruppe unter
www.informationen-zu-krankheiten.de.
Info-Material zur Klinik anfordern:
www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html
Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
Weitere Fragen? Ihre Meinung?
Schicken Sie uns eine E - mail
Dr. Carsten Schröter
Tel.: 05652 – 55 861, FAX 05652 – 55 814
Klinik Hoher Meissner
Hardtstraße 36, 37242
Bad Sooden-Allendorf
Tel.: 05652 – 55 0, FAX 05652 – 55 870
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